Der Unterschied zwischen Gleichstrom- und Wechselstromschützen
1. Der Wechselstromschütz verwendet eine Gitterplatten-Lichtbogenlöschvorrichtung, der Gleichstromschütz hingegen eine magnetische Blaslichtbogenlöschvorrichtung.

2. Der Anlaufstrom des Wechselstromschützes ist groß und seine Schaltfrequenz beträgt bis zu etwa 600 Schaltvorgänge pro Stunde, während die Schaltfrequenz des Gleichstromschützes bis zu 1200 Schaltvorgänge pro Stunde erreichen kann.
3. Der Eisenkern des Wechselstromschützes verursacht Wirbelströme und Hystereseverluste, während der Gleichstromschütze keine Eisenkernverluste aufweist. Daher besteht der Eisenkern des Wechselstromschützes aus laminierten, voneinander isolierten Siliziumstahlblechen und ist häufig E-förmig. Der Eisenkern des Gleichstromschützes besteht aus einem einzigen Stück Baustahl und ist meist U-förmig.
4. Da der Wechselstromschütz einphasigen Wechselstrom durchlässt, ist zur Vermeidung von Vibrationen und Geräuschen, die durch den Elektromagneten entstehen, ein Kurzschlussring an der Stirnfläche des statischen Eisenkerns eingebettet; ein Gleichstromschütz ist daher nicht erforderlich.

5. Im Notfall kann ein Wechselstromschütz anstelle eines Gleichstromschützes verwendet werden, wobei die Ansprechzeit zwei Stunden nicht überschreiten darf (da die Wärmeableitung der Wechselstromspule aufgrund ihrer unterschiedlichen Bauweise schlechter ist als die der Gleichstromspule). Für den Dauerbetrieb ist der Wechselstromschütz empfehlenswert. Obwohl die Wechselstromspule einen Widerstand enthält, kann ein Gleichstromschütz nicht durch einen Wechselstromschütz ersetzt werden.
6. Die Windungszahl der Spule des Wechselstromschützes ist gering, die des Gleichstromschützes hingegen hoch. Das Spulenvolumen ist unterscheidbar. Bei Überstrom im Hauptstromkreis (Ie > 250 A) verwendet der Schütz eine in Reihe geschaltete Doppelwicklung.
7. Die Reaktanz der Spule eines Gleichstromrelais ist hoch und der Strom gering. Wenn behauptet wird, es würde bei Anschluss an Wechselstrom nicht beschädigt, kann man es vom Netz trennen. Die Reaktanz der Spule eines Wechselstromrelais hingegen ist gering und der Strom hoch. Wird es an Gleichstrom angeschlossen, wird die Spule beschädigt.
8. Der Wechselstromschütz besitzt einen Kurzschlussring am Eisenkern. Prinzipiell sollte ein Gleichstromschütz keinen Wechselstromschütz aufweisen. Der Eisenkern ist üblicherweise mit Siliziumstahlblechen ummantelt, um Wirbelströme und Magnetismus, die durch das Wechselfeld im Kern entstehen, zu reduzieren. Hystereseverluste verhindern zudem eine Überhitzung des Eisenkerns. Der Eisenkern in der Spule des Gleichstromschützes erzeugt keine Wirbelströme und weist daher kein Erwärmungsproblem auf. Aus diesem Grund kann der Eisenkern aus monolithischem Stahlguss oder Gusseisen gefertigt sein. Die Spule des Gleichstromkreises besitzt keine induktive Reaktanz, weist daher eine hohe Windungszahl, einen hohen Widerstand und hohe Kupferverluste auf. Die Erwärmung der Spule selbst ist daher von entscheidender Bedeutung. Um eine gute Wärmeableitung zu gewährleisten, ist die Spule üblicherweise lang und dünn zylindrisch geformt. Die Spule des Wechselstromschützes hat zwar wenige Windungen und einen geringen Widerstand, jedoch erzeugt der Eisenkern Wärme. Die Spule ist üblicherweise dick und kurz zylindrisch geformt, wobei ein gewisser Abstand zum Eisenkern besteht, um die Wärmeableitung zu verbessern und gleichzeitig ein Durchbrennen der Spule durch Überhitzung zu verhindern. Um Vibrationen und Geräusche des Elektromagneten zu eliminieren, verfügt der Wechselstromschütz über einen Kurzschlussring an der Stirnfläche des statischen Eisenkerns, während der Gleichstromschütz keinen Kurzschlussring benötigt.










